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Palliative Versorgung
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert palliative Versorgung
als “eine Methode zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten
und ihrer Familien, die Probleme im Zusammenhang mit einer lebensbedrohlichen
Krankheit zu bewältigen haben”. Mit einer palliativen Versorgung
können diejenigen Patienten behandelt werden, die unter Nebenwirkungen
durch “potentiell kurative” Verfahren, wie z.B. Operation
oder Chemotherapie leiden, oder sie kann nur für die Kontrolle der Symptome
bei denjenigen eingesetzt werden, die keine aggressive Behandlung wünschen.
Für manche Mesotheliompatienten ist eine aggressive Behandlung keine
Option. Das kann mit dem Alter des Patienten zusammenhängen, weil die
Krankheit bis zum einem Punkt fortgeschritten ist, wo eine aggressive
Behandlung nicht mehr machbar ist, oder einfach damit, weil der Patient
es so wünscht. In diesen Situationen wird die palliative Versorgung
wichtig, die darauf zielt, die Lebensqualität durch Schmerzkontrolle
und Linderung anderer körperlicher Symptome zu verbessern.
Zwei sehr häufige Symptome im Zusammenhang mit Mesotheliomen, die bald
nach der Mesotheliom-Diagnosestellung behandelt werden, sind:
- Pleurale Effusion (Ansammlung von Flüssigkeit) und
- Streuung von Wundzellen
Weil eine pleurale Effusion oft akut ist und zu extremer Kurzatmigkeit
führt, ist sehr oft eine Thoraxkatheter-Drainage notwendig, um dem Patienten
die Atmung zu erleichtern. Das Verfahren zur Prävention einer Rückkehr
der Flüssigkeit wird Pleurodese genannt, oder in der Laiensprache “Talkumbehandlung”.
Bei dieser Technik wird ein sklerosierender Wirkstoff eingesetzt, um
die Lungenoberfläche abzuschaben oder aufzurauhen, wodurch eine Verklebung
entsteht. Dadurch werden, durch Beseitigung von Lungenzwischenräumen,
wo sich Flüssigkeit ansammeln kann, weitere Effusionen verhindert. Talkum
scheint der wirksamste Wirkstoff zu sein, mit einer Erfolgsrate von
fast 95 %. Vor dem Einträufeln des Talkums wird alle Flüssigkeit entfernt,
und die Lunge kollabiert vollständig. Dann wird das Talkum verabreicht
und die Pleurahöhle wird untersucht um sicher zu sein, dass das Talkum
die gesamte Lungenoberfläche bedeckt hat.
Die zweite Maßnahme der palliativen Versorgung ist eine präventive
Bestrahlung an den Stellen, wo invasive Verfahren durchgeführt worden
sind, wie z.B. Nadelbiopsie, Thorakoskopie-Inzisionen und/oder an den
Einführstellen der Katheter für Thoraxdrainagen. In einer französischen,
randomisierten Studie wurde herausgefunden, dass von denjenigen Patienten,
die mit Strahlentherapie behandelt worden sind, keiner eine Tumorstreuung
entwickelte, während in der unbehandelten Gruppe eine Streuung bei 40
% der Patienten auftrat.
Außer diesen frühen Kontrollen sind weitere häufige Symptome, die mit
palliativer Versorgung behandelt werden können, die folgenden:
- Schmerzen
- Kurzatmigkeit
- Müdigkeit
- Mundtrockenheit
- Appetitverlust
- Gastrointestinale Probleme
- Hautprobleme
- Angst und Depressionen
Hospiz-Versorgung
Wenn die Gesundheitsversorgung vollständig aus palliativen Maßnahmen
besteht, wird dies oft als Hospiz-Versorgung bezeichnet. In Großbritannien
wurde die palliative Versorgung dieser Art lange als ein Spezialgebiet
angesehen, und die Ausbildung von Hospizmitarbeitern wird durch dieselben
Bestimmungen geregelt, wie in jedem anderen medizinischen Spezialgebiet.
In Großbritannien, und in vielen anderen europäischen Ländern, wird
die Hospizversorgung für die Patienten und ihre Familien kostenlos angeboten
und zwar entweder durch den National Health Service oder durch mit diesem
zusammenarbeitende, verschiedene andere Wohlfahrtseinrichtungen.
Die Philosophie eines Hospizes ist es, für die Person
als Ganzes zu sorgen und ihre körperlichen, emotionalen, sozialen und
geistlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Diese Versorgung kann zu
Hause, in Tages-Einrichtungen oder im Hospiz selber angeboten werden.
Leistungen können Schmerzkontrolle, Linderung von Symptomen, Patientenpflege,
physikalische Therapie, Beratung für Patienten und ihre Familien beinhalten,
sowie Leistungen im Zusammenhang mit einem Trauerfall. Natürlich kommen
auf jeden Beteiligten schwierige Zeiten zu, wenn bei einer nahestehenden
Person Mesotheliom diagnostiziert wurde, aber es besteht kein Grund
zu glauben, dass Sie damit alleine fertig werden müssen. Hospize bieten
eine gute Alternative.
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